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Alles für Alle

 

Die Idee hinter Umsonstläden und Umsonstflohmärkten


Wir sind der Überzeugung, dass die Gesellschaft, so wie sie heute ist, überwun­den werden muss. Wir machen Kapitalismus und Herrschaft für eine Mehrzahl des Leids und der Probleme, die uns umgeben, verant­wortlich. Wenn wir uns die Zeit nehmen, um einmal in Ruhe darüber nachzudenken, was für Konse­quenzen an einer Gesellschaft mit Geld und Privateigentum hängen, fällt uns schnell auf, welche unnötigen Kon­sequenzen sie beinhaltet.
Die Idee des Anarchismus bedeutet seit seiner Entstehung im 19.Jhd. , nicht nur Kritik zu üben, sondern auch in die Praxis zu gehen. Das heißt für uns zu versu­chen, die Regeln und Logiken dieser Gesellschaft immer wieder in Frage zu stellen und zu versuchen eigene Strukturen und Handlungsweisen zu finden. Mit diesen wollen wir im Heute schon versu­chen, unsere eigenen Werte und Lo­giken einer freien Gesellschaft zu le­ben.

Ein Umsonstflohmarkt ist ein solcher Versuch. In einer Welt, in der es so scheint, als ob es immer eine Gegenleistung für alle „Waren“ und „Diens­te“ ge­ben muss, ist dies ein Ansatz mit diesen Spielregeln zu brechen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht unser Geldbeutel entscheidet, ob wir etwas be­nutzen können, sondern unsere Bedürfnisse. Der kapita­listischen Logik von Konsum und der Wegwerf-Mentalität, die große Teile der Gesellschaft bestim­men soll durch Solidarität und Selbstorganisation im täglichen Leben etwas ent­gegengesetzt werden.

Deswegen ist der Umsonstflohmarkt auch nicht nur ein Ort, an dem wir nicht mehr Benötigtes weitergeben. Sondern auch ein sozialer Ort der Begegnung. Hier können wir uns direkt als Nachbar*innen treffen und ins Gespräch kom­men. Wir können einander kennenlernen und zuhören und versuchen Probleme gemeinsam anzugehen. Dieser soziale Austausch miteinander ist für uns der Weg eine echte Selbstorganisation von unten zu schaffen. Wir sehen diese als Alternative zur „Politik von oben“ an, die im Endeffekt nichts anderes bedeutet als weiterhin die Umverteilung von unten nach oben zu organisieren, unter der wir alle zu leiden haben.

Ähnlich verhält es sich mit Umsonstläden. Viele Betreiber von Umsonstlä­den betonen, dass es ihnen nicht um Warentausch geht, sondern um das freie Ge­ben und Nehmen. Das Ziel besteht darin, eine Möglichkeit für den Erwerb, die Nutzung und die Weitergabe von Gütern außerhalb des kapitalistischen Waren­systems zu bieten. Von den Befürwortern der Pro­jekte wird damit oft die Vision einer geldfreien Umsonstökonomie verbun­den.

Umsonstläden in Deutschland: http://www.umsonstladen.de/
In Neukölln: Tauschladen, Mareschstrasse und Stadteilladen, Friedelstrasse 54
Umsonstflohmarkt in Neukölln: http://umsonstflohmarkt.noblogs.org